Der Zwinger vom Graven-Stein

Der Zwinger vom Graven-Stein wurde 2004 in Schleswig Holstein von Ernst und Elke Wamser aus Eggebeck ins Leben gerufen.


Ernst führte früher schon Pudelpointer, dann ein Abstecher zu den Kleinen Münsterländern und den Deutsch-Kurzhaar. Hier sei seine Spitzenhündin „Bea von Jydebeck" erwähnt. 2003 kehrte er zu den Pudelpointern zurück. Er führte und bildete "Mirka von Uthlande" zu seiner Zuchthündin aus. Vielen war er auch bekannt als Landesobmann des Landesverbandes der Pudelpointer Schleswig-Holsteins. Da wir in einem verwandschaftlichen Verhältnis zu Ernst und Elke Wamser stehen, war es mir ein Bedürfnis den Zwinger vom Graven-Stein in Ernst´s Sinne weiter zu führen. Und somit fand der Umzug von Nord nach Süd statt.


Philipp Geyer

Philipp Geyer, Jahrgang 49 als Sohn eines „Alten Försters“ in der Eifel geboren, kam schon sehr früh mit Wald, Jagd und ab und zu mit Hunden in Berührung.Erster Hund im Hause war ein Dackel. Es dauerte etwas, bis ich die Jägerprüfung absolvierte, aber kurze Zeit später zog ein Deutsch-Drahthaar bei uns ein. "Jäger" begleitete mich insgesamt 8 Jahre, bis ich ihn wegen Krebs einschläfern lassen musste. Seit 2006 im Hause die Pudelpointerhündin "Biene vom Graven-Stein", sowie seit 2009 die Pudelpointerhündin“ Eika vom Schnepfeneck“ und 2014 "Eika vom Graven-Stein".


Zwingerübergabe

Nach vielen Jahren, die von Leidenschaft, Verantwortung und unzähligen gemeinsamen Jagdtagen geprägt waren, kam für mich am 26.07.2025 der Moment, den Zwinger in jüngere Hände zu übergeben. Mit dem Hundezwinger von Graven-Stein verbinde ich weit mehr als reine Zuchtarbeit – er war ein zentraler Teil meines jagdlichen Lebens und meiner täglichen Arbeit mit dem Hund.

 

Die von mir gezüchteten Pudelpointer waren stets verlässliche Jagdgefährten. Sie überzeugten durch ihre Vielseitigkeit und erhielten über Jahre hinweg Spitzenbewertungen bei den Verbandsprüfungen. Ob VJP, HZP oder VGP – unsere Hunde zeigten herausragende Nasenleistung, ausgeprägten Finderwillen, sichere Führigkeit und große Arbeitsfreude.

 

Besonders stolz bin ich auf ihre Leistungen in der praktischen Jagd. Auf Niederwildjagden ebenso im Hochwildrevier bewährten sich unsere Pudelpointer als ruhige, konzentrierte und belastbare Jagdhunde. Bei Nachsuchen arbeiteten sie zuverlässig, ausdauernd und mit der nötigen Ruhe, die gerade bei anspruchsvollen Situationen unerlässlich ist.

 

Ein herausragendes Merkmal unserer Hunde war stets ihre ausgezeichnete Wasserarbeit. Mit großer Passion nahmen sie das Wasser an, suchten selbstständig im Schilf, arbeiteten sicher im dichten Bewuchs und brachten zuverlässig – auch unter schwierigen Bedingungen. Diese Wasserfreude war nicht antrainiert, sondern tief im Wesen der Hunde verankert.

 

Ebenso wichtig wie die Leistung war mir immer die Führigkeit und Ausgeglichenheit der Pudelpointer. Gerade deshalb eigneten sich Graven-Steiner nicht nur für erfahrene Hundeführer, sondern auch sehr gut für jagdliche Anfänger. Sie verziehen Führungsfehler, lernten schnell und gingen eine enge Bindung mit ihrem Menschen ein. Viele Erfolge auf Prüfungen und im Jagdbetrieb waren das Ergebnis von gemeinsamem Üben, Lernen und Wachsen – Hund und Führer als Team.

 

Diese Zeit des gemeinsamen Trainings, der Rückschläge und Erfolge, hat den besonderen Charakter dieses Zwingers geprägt. Es ging nie nur um Leistung und Punkte sondern um Verständnis, Vertrauen und den respektvollen Umgang mit dem Hund als Jagdpartner.

 

Nun übergebe ich dieses Lebenswerk an einen jüngeren Inhaber, der die Jagd und den Pudelpointer ebenso schätzt wie ich. Ich bin überzeugt, dass er die züchterischen Grundsätze bewahren und mit Engagement weiterentwickeln wird – im Sinne leistungsstarker, wesensfester Jagdhunde.

 

Ich verabschiede mich mit Dankbarkeit und Stolz und mit der Gewissheit, dass auch in Zukunft Pudelpointer aus diesem Zwinger auf Prüfungen überzeugen, auf der Jagd bestehen – im Feld, im Wald, im Wasser und bei der Nachsuche – und ihren Führern treue, verlässliche Begleiter sein werden.